Am Ziel deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: dein Wandern zum Ziel. Marie von Ebner Eschenbach

San Isidro

Wir sind umgezogen. Seit 2 Wochen beobachte ich den neuen Stadtteil und mein Gefühl. Erst hat es sich gut angefühlt, dann wurde mein Gefühl gestört, jetzt ist es auf dem Weg der Besserung. Da gibt es die verlassene Clinica Italiana 2 Strassen weiter, dort spukts erzählt man. Da gibts die kleine alte Frau mit dem blauen langen Schleier auf dem Kopf. Sie hat ein Tuch auf Ihrer Schulter und Ihren Hund in einer Ecke liegen. Da gibt es die Sicherheitsfirma gegenüber unserers Fensters, 24 Stunden lang. Unser Big Brother. Da gibt es die Cousinen von meinem Freund, denen wir noch nicht begegnet sind, sie aber von weitem hinter ihren Fenstern sehen am Abend. Da gibt es die vielen kleinen Läden ums Eck, zwischen denen sich seltsame Menschen bewegen. Da gibt es einen großen Park in der Nähe, wo ich unheimisch joggen gehe und das Freiluftfitnesscenter benutze. Da gibt es die teuren und schicken Kauforte Wong und Vivanda am Ende der ruhigen Strassen mit grün. Da gibt es die Kirche wie eine des Jakobsweges in der ich beim deutschen Pfarrer heimisch werden will. Da gibt es unsere halbfertige Wohnung, die sich mit uns zu Hause fühlen will. Und mich, die das gleiche will, aber ich muss raus. Raus aus Lima, Amil, von hinten wie von vorne, ich muss raus aus dieser Stadt. Ich muss weg sein. Mich neu fühlen und dann zurückkommen in mein gutes Lima und in unsere Wohnung.

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