Am Ziel deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: dein Wandern zum Ziel. Marie von Ebner Eschenbach

Der Clown in Lince

So schnell wollte ich garnicht beginnen, weil ich dachte mein Vorwort meiner Hauptworte müsse lang sein, so wie das alle Vorworte, gut durchdacht und erklärend, immer sind. Aber jetzt kommt mir vom Wartezimmer des Hospitals de la Solidaridad aus durch das Fenster ein Clown dazwischen. Er geht über den Fussgängerüberweg, hält aber an, setzt sich eine rote Nase auf seine Nase.. Dann schwimmt er über die Straße ohne Wasser. Jetzt hat er fertig gebadet, steigt aus dem Schwimmbecken an den Straßenrand und schüttelt sich aus seinen Ohren das Wasser. Die Hand aus dem Auto gibt ihm ein paar Münzen. Die rote Ampel bringt ihn in einem verschämten Auf- und Abgang ein wenig in Verlegenheit. Ich kann es durch das Fenster des Hospitals ganz genau sehen. Wie er sich wohl fühlt, dieser Mensch bei dem was er da macht, denke ich. Ich stelle mir vor, dass ich mich toll fühlen würde, wenn ich jetzt er wäre und mir mein Schatten für den Moment der Aufführung egal wäre. Toll! Einfach drüber springen. Zwischen meinen ersten Worten, versuche ich die Vorstellung zu verfolgen. Jetzt ist er Mechaniker, und zeigt an, wie das aussieht – Motorhabue auf, Öl rein, Wasser auffüllen, der Motorhaube nochmal zuwinken, zu. Wieder geben ihm Hände aus sich amüsierenden Gesichtern ein paar Münzen. Dann bin ich dran, die Vorstellung ist für mich beendet. Als ich mit der Untersuchung fertig bin, schaue ich aus dem Fenster, der Künstler ist weg. Schade.

Ich setze meinen Weg fort. Auf dem Weg nach Hause finde ich bei Manchitas Tierärztin wichtige Instruktionen, die zur Heilung eines kleinen Katers in Santa Marta, Kolumbien, beitragen sollen. Barbara und Torben haben ihn gefunden auf dieser Station ihrer Reise. Das Katerchen tut mir leid. Ich kann sein Wehgeschrei bis ins Universum fühlen. Tiergeschichten gehen mir an die Nieren. Alle Hebel sind jedoch in Bewegung gesetzt, so dass es diesem Katerchen bald besser geht. Dieses beruhigte Gewissen nehme ich gern mit ins Bett.

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